Ängste

Angst gehört zum Grundinventar der menschlichen Emotionen und ist genau so real, wie sie sich anfühlt. Allerdings ist Angst keine „äußere“ Realität, sondern eine Erwartungshaltung, also etwas Selbstgemachtes, das Resultat eigenen Denkens und Vorstellens.

Die Angst erfüllt einen biologischen Zweck, wenn sie uns vor einer realen Gefahr warnt. Angst hat die Aufgabe, uns vor Gefährdungen zu schützen.

Die allermeisten negativen Erwartungshaltungen (Sorgen / Ängste), mit denen wir Menschen täglich zu kämpfen haben, beziehen sich jedoch nicht auf tatsächlich vorliegende Gefahren, sondern auf virtuelle Szenarien, die wir selber in unseren Köpfen erschaffen haben. Bei der Erschaffung dieser Realitäten unterstützen uns nicht selten die Medien, manche sprechen sogar von einer regelrechten Angstindustrie. Die erwarteten Schmerzen oder Katastrophen sind noch gar nicht eingetroffen, und es gibt auch keine realistischen äußerlichen Anzeichen für sie, aber unsere Angst lässt uns die Wirklichkeit so erleben, als sei das Schlimmste bereits eingetroffen oder stehe unmittelbar bevor.

Oft genug stecken hinter den Ängsten niederdrückende Gedanken, wie z. B. dass ich es gar nicht verdiene, dass ich soviel Glück habe, die Katastrophe muss ja irgendwann kommen usw.
Der Witz dabei ist: Wenn ich es schaffe, mir all das vorzugaukeln und mich dabei wirklich mies zu fühlen, dann könnte ich mir auch genau so gut etwas vorgaukeln, bei dem ich mich wunderbar fühle.

Oft sitzt die Angst aber so tief, dass man sie nicht mehr allein durch eine Veränderung des Denkverhaltens lösen kann. Sie ist dann schon sozusagen „in den Körper gekrochen“ und muss dann in umgekehrter Reihenfolge erst dort wieder gelöst werden. Viele Patienten, die über einen längeren Zeitraum unter einer Angststörung gelitten haben und geheilt wurden, kennen dieses Phänomen: Das Gefühl der Angst ist weg, aber der Körper zeigt immer noch die alten Symptome: Chronische Verspannungen, Druckgefühle in der Brust usw.

Angststörungen behandle ich vor allem mit Hypnotherapie und lösungsorientierte Kurzzeittherapie.

Siehe dazu auch den Blogbeitrag „Angst und Meditation“

 

Letzte Änderung: 02.11.2017