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Burn-out

Vielen Menschen ist Begriff „Burn-out“ bereits im Rahmen ihrer Arbeitswelt begegnet. Oft wird aber bei dieser schwierigen persönlichen Krise übersehen, dass nicht nur berufliche, sondern auch private Überlastung ein „Ausgebrannt-Sein“ verursachen kann. Diese Erschöpfungsreaktion kann jede Berufs- und Altersgruppe betreffen und ist sowohl in ihrem Verlauf als auch in ihrer Behandlung komplex. Aufgrund der umfassenden mentalen sowie körperlichen Auswirkungen sollte man lernen, einen Burn-Out so schnell wie möglich zu erkennen und sich die entsprechende Unterstützung zu suchen.

Burn-out: Das Feuer verzehrt die letzten Energievorräte

Ursachen: Welche Funken führen zum Brand?
Symptome und Verlauf: Wie wütet das Feuer?
Spätfolgen: Wie das Feuer manchmal weiter schwelt
Therapie: Kann aus verbrannter Erde Neues entstehen?

Ursachen von Burn-out: Welche Funken führen zum Brand?

Die Ursachen für einen Burn-out sind ebenso vielfältig und unterschiedlich, wie jeder Mensch individuell ist. Meist sind es eine Vielzahl an inneren und äußeren Umständen, die zusammenwirken und über einen längeren Zeitraum eine besonders starke Belastung für Betroffene darstellen. Der wohl bekannteste von außen wirkende Risikofaktor ist Überforderung und Stress in der Arbeit. Zu viele anspruchsvolle Aufgaben, mangelnde Gerechtigkeit, fehlende Anerkennung, sowie Konflikte mit Kollegen oder Vorgesetzten sind nur einige der vielen stressigen Einflüsse, die die Belastung übergroß machen können.

Überlastungen im privaten Bereich, wie die Pflege eines Angehörigen, Spannungen mit Freunden und Familie oder eine konfliktreiche Partnerschaft können einen Burn-out begünstigen. Treffen diese Umstände auf ein geringes Selbstwertgefühl und das starke Bedürfnis nach Anerkennung, kann man schnell in die Abwärtsspirale eines Burn-outs geraten. Man beginnt mehr von sich zu fordern als man noch leisten kann. Denn besonders die leistungsbereiten und ehrgeizigen Menschen gehen oft über ihre Grenzen hinaus. Mit Perfektionismus und unrealistisch hohen Ziele gefährden sich diese Menschen selber.

Symptome und Verlauf von Burn-out: Wie wütet das Feuer?

So komplex die Risikofaktoren für einen Burn-out sind, so umfassend ist auch der Krankheitsverlauf, der sowohl die mentale als auch körperliche Gesundheit betrifft. Anfangs hat man Schwierigkeiten abzuschalten, man muss viel mehr Kraft als gewöhnlich für seine Aufgaben aufbringen. Konzentration und Merkfähigkeit verschlechtern sich. Schlaf und Erholungsphasen sind stark eingeschränkt.

Das Gehirn verändert sich: Je mehr Stress man hat, umso schlechter kann man mit Stress umgehen. Dies geht bald in Frustration und zunehmende Entfremdungsgefühle über. Im weiteren Verlauf leiden die Betroffenen unter der Gewissheit, nicht wertgeschätzt zu werden. Das Engagement verringert sich. Und man wird gegenüber Mitmenschen und Kollegen zunehmend gefühllos. Später intensivieren sich die Symptome von Depressionen, Aggressionen und Schuldzuweisungen bis hin zum Endstadium. Dieses ist gekennzeichnet durch emotionalen Rückzug, Desinteresse und schließlich eine allumfassende Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Körperlich zeigt sich die Erschöpfung in Form von Schlafstörungen, erhöhtem Blutdruck, veränderten Essgewohnheiten. Das Infektionsrisiko ist erhöht. Nicht selten findet man bei Betroffenen auch einen schädlichen Gebrauch von Schlafmitteln, Alkohol und Aufputschmitteln.

Spätfolgen: Wie das Feuer manchmal weiter schwelt

Nachdem man den Zusammenbruch so gut es geht überwunden hat, passiert es leider nicht selten, dass es zu Spätfolgen kommt. Denn ein Burn-out ist auch ein Trauma für den Betroffenen. Ich beobachte oft, dass Menschen, die einen Burn-out hatten, übermäßig besorgt um ihre Gesundheit sind, Probleme mit dem Schlafen haben. Manche schlafen sogar zu viel, so dass sie dadurch in eine neue Depression geraten. Alkohol- und Missbrauch von Medikamenten können vorkommen. Manche entwickeln auch soziale Phobien nach überwundenem Burn-out.

Therapie von Burn-out: Kann aus verbrannter Erde Neues entstehen?

Bei einer geeigneten Mischung verschiedener Therapien kann ein Burn-out vollständig geheilt werden, ohne Rückfall und ohne Symptomverschiebung.

Unabhängig davon, ob man gut oder weniger gut mit Stress umgehen kann, die Leistungsfähigkeit jedes Menschen ist endlich. Deshalb ist es hilfreich, seine Ressourcen und Grenzen zu kennen.

  • Den eigenen Zustand zu spüren und die Erschöpfung ernst zu nehmen, müssen viele erst wieder lernen. Dies kann man beispielsweise durch Meditation stärken, da man bewusst die Wahrnehmung auf die eigene Gefühlswelt lenkt.
  • Auch die mit der Gegenwärtigkeit verbundene Tiefenentspannung hilft dabei, Stress Schritt für Schritt abzubauen.
  • Um Perfektionismus und die eigenen Ziele realitätsnah anzupassen, hilft Lösungsorientierte Kurzzeittherapie. Hierbei wird der Blick weg von den Frustrationen hin zu den eigenen Ressourcen und möglichen Lösungen gelenkt.
  • Nicht zuletzt eröffnet sich durch Hypnose die Möglichkeit, stressige Glaubenssätze und falsches Selbstbilder zu hinterfragen und positiv umzuwandeln.

Auf diesem individuell angepassten Weg zur Stressreduktion und Selbstakzeptanz möchte ich Sie gern unterstützen.