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Krank durch Langeweile – „Boreout“

Tatsächlich kann Langeweile auch krank machen. Aber nicht jede Langeweile führt gleich in die Depression.

Wie eingefroren und erstarrt auf einem eisigen Stuhl. Apathie und Langeweile können auf Dauer zur Erstarrung führen.

Formen der Langeweile

Langeweile ist nicht immer dasselbe. Die Gründe für sie können unterschiedlich sein. Unterforderung am Arbeitsplatz ist nicht selten der Grund. Aber auch Situationen, in denen man hilflos auf etwas oder jemanden wartet, können in die Langeweile führen. Das gilt für die Arbeit genauso wie für die Freizeit. Die verschiedenen Arten der Langeweile beschreibe ich kurz im Folgenden.

  1. Es gibt die entspannte oder auch „indifferente“ Langeweile, die man als meditativ empfinden kann. Man tut etwas Eintöniges, das einen leicht unterfordert, zum Beispiel Tätigkeiten im Haushalt. Diese Langeweile führt nicht in den Boreout, sie wird eher positiv bewertet.
  2. Die angespannte oder „kalibrierende“ Langeweile befällt uns, wenn wir nach neuen Anregungen suchen. Auch dieses Stadium ist noch als harmlos zu bewerten, da kein großes Leid damit verbunden ist.
  3. Die ruhelose oder suchende Langeweile ist schon die nächste Steigerung. Der Betroffene wird nervös und möchte etwas Anregendes oder Spannendes erleben.
  4. Ab jetzt wird es leidvoll. Wenn die Ruhelosigkeit in Ärger umschlägt, spricht man von der so genannten reaktanten Langeweile. Dabei kann der Betroffene sich über sich selber, über den Arbeitgeber, Kollegen oder die Situation als Ganzes ärgern.
  5. Danach schlägt es um in die apathische Langeweile. Man ist wie gelähmt oder blockiert und kann sich kaum mehr aus der Situation befreien. Die apathische Langeweile gleicht bereits den Sympotmen einer Depression. Man ist innerlich unzufrieden und vielleicht sogar aufgedreht, aber hat keine Kraft, an der Situation etwas zu verändern.

Dauerhafte Unterforderung führt zum Boreout

Boreout ist keine medizinische Diagnose, sondern eher eine Bezeichnung für eine besondere Entstehung von Depression. Wenn man dauerhaft unterfordert oder gelangweilt ist, kann das Gefühl der Sinnlosigkeit und Hilflosigkeit sich immer mehr und mehr festsetzen. Der Betroffene bekommt immer deutlicher das Gefühl, die Kontrolle über sein Leben völlig verloren zu haben. Das gleicht dann nicht nur einer Depression, sondern es ist eine.

Nicht selten kommt es im Rahmen eines Boreouts auch zu körperlichen Symptomen, nämlich Infektanfälligkeit, Spannungskopfschmerz, Rückenschmerzen usw.

Wie kommt man wieder raus?

Vereinfacht gesagt kommt man aus dem Boreout genau so wieder heraus, wie man hereingekommen ist. Man bräuchte eigentlich nur das Gegenteil zu tun. Nämlich Unterforderung und Langeweile durch etwas Forderndes, Interessantes und Spannendes ersetzen. Aber wenn das so einfach wäre, würde der Betroffene es doch von Anfang an so machen, oder? Richtig, genau das ist ja das Problem. Es ist schwierig.
Machen Sie sich bewusst, dass Langeweile von Zeit zu Zeit völlig in Ordnung ist. Vielleicht haben Sie verinnerlichte Glaubenssätze, die besagen, dass man immer aktiv sein muss oder Ähnliches.
Man könnte damit anfangen, sich zu überlegen, wie man sich in der Vergangenheit schon einmal selber motiviert und aktiviert hat. Überlegen Sie, wie Sie das schon einmal geschafft haben und was Ihr eigener Anteil war. So können Sie wieder zurück in Ihre Macht kommen. Wenn das nicht gut gelingt, ist es vielleicht eine gute Idee, sich von einem Therapeuten beraten zu lassen.
Ansonsten helfen nicht selten auch die Tipps und Tricks, die für Depressionen im Allgemeinen gelten.

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