Lösungsorientierte Kurzzeittherapie mit ILP

Kurzzeittherapie kann auch für tiefsitzende Probleme die richtige Methode sein. Sie integriert lösungsorientierte, tiefenpsychologische und systemische Methoden und kann mit oder ohne Hypnose angewandt werden. In den folgenden Abschnitten wird diese Therapieform in seinen Grundzügen erklärt.

Kurzzeittherapie ist …

  • schnell: Fünf bis fünfzehn Sitzungen.
  • lösungsorientiert: Man geht nicht vom Problem aus, sondern auf das Ziel zu.
  • typspezifisch: Jeder Mensch ist etwas Besonderes. Um herauszufinden, zu welchem der drei Grundtypen Sie gehören, machen Sie bitte den „ILP-Typtest“.

Kurzzeittherapie ist nicht „ungenauer“ oder „oberflächlicher“, sondern fokussierter. Hier geht es vor allem darum, die Kompetenz des Klienten im Umgang mit dem eigenen Denken neu zu entdecken und zu stärken.

Blick aufwärts zum Fenster

Es gelten die folgenden Grundannahmen

  • Positiver Fokus auf das Ziel und nicht auf das Problem.
  • Nichts ist immer dasselbe, Änderung gibt es immer.
  • Kleine Änderungen bewirken große Änderungen.
  • Klienten kooperieren immer und das Konzept des „Widerstands“ spielt nicht die übliche Rolle.
  • Menschen haben Ressourcen und alles, was sie zur Lösung brauchen.
  • Therapeut und Klient(in) sind beide gleichermaßen Experten.
  • Klienten werden als Ganzes betrachtet und nicht auf ihr Problem reduziert.

Positiver Fokus

Es wird nicht in erster Linie am Problem gearbeitet oder versucht, seine Ursachen genau zu analysieren. Stattdessen schauen wir auf das, was bereits gut läuft und auf Ausnahmen, in denen sich eine Strategie zur Lösung verbergen könnte.

Nichts ist immer dasselbe

Wenn man in einem Problem feststeckt, hat man das Gefühl, dass sich nichts ändert und übersieht dabei, dass in Wahrheit alles im Fluss ist und sich ständig etwas bewegt. Man könnte beginnen, die darin liegende Chance für sich zu nutzen und sich neue Perspektiven aufzubauen.

Kleine Änderungen bewirken große Änderungen

Wenn man in einem festgefahrenen System eine Kleinigkeit an der richtigen Stelle ändert, führt dies dazu, dass das System ins Ungleichgewicht gerät und sich neu sortieren muss. Dafür muss man nicht einmal das ganze System genau analysiert und verstanden haben. Oft reicht es, eine kleine, leicht änderbare Verhaltensweise durch eine andere zu ersetzen.

Klienten kooperieren immer

Das Konzept vom therapeutischen Widerstand wird von vielen so verstanden, dass der Klient sich gegen eine Veränderung wehrt. Dieser Widerstand muss deshalb verschwinden, um Erfolg zu haben. In Wahrheit ist auch der Widerstand eine Form von Kooperation. Oft kommt man dem eigentlichen Thema erst dadurch auf die Spur, dass sich Widerstände zeigen. Sie sind also äußerst hilfreich.

Menschen haben alles, was sie zur Lösung brauchen

Ohne diese Grundvoraussetzung bräuchte man mit der Therapie eigentlich gar nicht erst anzufangen. Es gibt keine hoffnungslosen Fälle.

Therapeut und Klient(in) sind beide gleichermaßen Experten

Der Therapeut bietet den geschützten Rahmen und die fachliche Kompetenz an. Der Klient ist Experte für sich selber, entwickelt seine eigenen Methoden und inneren Haltungen.

Ganzheitlichkeit

Es ist nicht möglich, etwas aus dem Gesamtsystem auszuschließen. Alles ist mit allem funktionell verbunden, wenn auch oft nur indirekt. Das Problem ist nur ein Teil des Ganzen.

Es stimmt nicht, dass …

  • … die Lösung für ein Problem genauso schwierig sein muss wie das Problem.
  • … „Medizin bitter schmecken muss, damit sie nützt.“
  • … Psychotherapien lang und tiefschürfend sind.
  • … man endlos über seine Kindheit und das Verhältnis zu den Eltern reden muss.

Zurück zur Übersicht