Phobien – spezifische Ängste

Als Phobien bezeichnet man in der Regel Ängste vor bestimmten Dingen, Tieren, Berufsgruppen oder Situationen. Neben der so genannten sozialen Phobie (oder Sozialphobie), die sich über das ganze Leben erstrecken kann, kommen noch folgende Ängste in meiner Praxis regelmäßig vor:

  • Angst vor öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Angst vorm Autofahren
  • Flugangst
  • Prüfungsangst
  • Angst vorm Erbrechen (Emetophobie) und damit einhergehend Angst vorm Essen
  • Angst vor Tieren (z.B. Spinnen, Insekten, Hunden)
  • Höhenangst (Akrophobie)
  • Angst vor Weite (Agoraphobie)
  • Angst vor Enge (Klaustrophopbie)
  • Angst vor spitzen Gegenständen, meistens Nadeln

Die Liste der bekannten Phobien ließe sich fast endlos fortsetzen, denn man vor allem und jedem eine Angst entwickeln. Man könnte mit einem Augenzwinkern sagen, dass Phobien so etwas sind wie „psychische Allergien“.
Mit dem Thema Spinnenphobie habe ich mich bereits speziell auseinandergesetzt, weil sie relativ häufig vorkommt.

Lampen in der Reihe

Wie entstehen Phobien?

Zunächst benötigt man, um eine Phobie bekommen zu können, eine Art erlernte oder angeborene Bereitschaft für Angstattacken. Dann geschieht etwas Unangenehmes oder sogar Traumatisches … Am besten gebe ich ein frei erfundenes aber typisches Beispiel.

Beispielgeschichte für die Entstehung Phobien

Frau X. ist von Haus aus schon recht angespannt und geht eher etwas ängstlich durchs Leben und neigte schon immer zu niedrigem Blutdruck. Heute ist ein heißer Sommertag und sie hat ausnahmsweise nicht so gut geschlafen, weil sie Verdauungsprobleme hat. Sie geht in die Apotheke, um sich ein Mittel gegen ihren leichten Durchfall zu besorgen. In der Apotheke muss sie länger anstehen und ihr wird dort schlecht. Es ist ihr ungeheuer peinlich. Der Blutdruck scheint ins Bodenlose zu sacken. Sie bekommt feuchte Hände und in den Ohren beginnt es zu rauschen. Bevor ihr schwarz vor Augen wird, rettet sie sich nach draußen und setzt sich auf ein Mäuerchen. Die Apothekerin eilt ihr nach. Die anderen Kunden kommen ebenfalls aus der Apotheke und stehen um sie herum. Der Blutdruck wird gemessen, ist aber bereits wieder fast normal. Bei ihrem nächsten Besuch in der Apotheke einige Wochen oder Monate später löst allein der typische Apotheken-Geruch die Erinnerung an ihren Beinahe-Zusammenbruch aus. Sie beginnt – ängstlich wie sie ist – nachzuspüren, ob ihr gerade wieder schlecht wird, und nach kurzer Zeit ist die Übelkeit tatsächlich wieder da. Sogar ein leichter Schwindel stellt sich ein. Diese Symptome kann man, wenn man dafür empfindlich ist, leicht durch Vorstellung und intensives Hineinfühlen selber erzeugen. Sie verlässt, bevor Schlimmeres passiert, die Apotheke. Beim nächsten Mal schickt sie ihren Mann in die Apotheke, um ihr etwas zu besorgen, weil sie Angst hat, es könne ihr wieder so schlecht werden. Und schon entwickelt sich schleichend eine Phobie.

Erklärung

Durch ein einmaliges Ereignis, wie in dieser Geschichte mit den passenden begünstigenden Faktoren (in kursiv) und mit dem anschließenden Vermeidungsverhalten, kann sich eine Apotheken-Phobie entwickeln, die sich dann im Laufe der Jahre auch zu einer sozialen Phobie mit Panikattacken ausdehnen (generalisieren) kann.

Behandlung

Hypnose und andere therapeutische Verfahren können die Bedeutung dieser Situationen wieder gerade rücken, so dass die Phobien ihren Schrecken verlieren. Nicht selten ist es nötig, für die Auflösung der Phobie ein Trauma zu verarbeiten, was eine recht angenehme Erfahrung sein kann. Zum Beispiel könnte festgestellt werden, warum Frau X. (s.o.) grundsätzlich etwas angespannt oder so ängstlich ist. Ein so genanntes Entwicklungstrauma könnte dahinter stecken. Vielleicht ist es schon ein erster guter Schritt, mit Hilfe von Entspannungstechniken die Anspannung aus dem Körper zu bekommen …