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Störungen der Impulskontrolle

(in Bearbeitung)

Zu den Impulskontrollstörungen zählt man unter anderem Spielsucht, pathologische Brandstiftung (Pyromanie), pathologisches Stehlen (Kleptomanie) und Haareausreißen (Trichotillomanie). Es ist nicht immer leicht, diese von Abhängigkeiten oder Zwangshandlungen zu unterscheiden, und die Grenzen sind auch oft fließend.

Jeder Mensch kennt den Fall, dass er bestimmten Impulsen ohne bewusstes Nachdenken immer wieder „automatisch“ nachgibt, ohne sich darüber vorher Gedanken zu machen. Eigentlich möchte man nicht auf diese Weise reagieren oder bestimmte Dinge gar nicht tun, aber bevor man eine Chance hat darüber nachzudenken, ist es schon wieder passiert. Menschen können nicht alle ihre Handlungen 24 Stunden am Tag bewusst kontrollieren. Impulse kommen und werden sehr oft automatisch in Handlungen (oder Gedanken oder Worte) umgesetzt, bevor die Vernunft sich einschalten kann. Wenn es anders wäre, hätten wir alle ein ziemliches Problem bei Tätigkeiten, die automatisch ablaufen sollen, wie z. B. beim Auto- oder Fahrradfahren, beim Schreiben oder beim Musizieren. Bei erwünschten Automatismen sprechen wir selbstverständlich nicht von einer Störung der Impulskontrolle, sondern einfach davon, dass wir etwas gelernt haben. Solange diese Handlungen keinen Schaden anrichten, könnte man schlimmstenfalls von schlechten Angewohnheiten sprechen.

Auch die Automatismen, die wir eigentlich nicht wollen, haben wir gelernt, und man könnte meinen, es würde ausreichen, dieses Gelernte durch wiederholte bewusste Entscheidungen wieder zu verlernen. Die Schwierigkeit besteht meistens eben darin, dass die Handlung / Reaktion erst dann bewusst wird, wenn sie bereits ausgeführt wird oder wurde, also wenn es bereits „zu spät“ ist. Manchmal werden die Handlungen dann bewusst weiter ausgeführt, obwohl man schon weiß, dass es eigentlich unsinnig ist und man sich damit schadet. Wichtig ist dann zu akzeptieren, dass die Handlung eben doch einen Sinn hat und eventuell herauszufinden, welcher das ist. Der Klient kann dann bewusst oder unbewusst einen Weg finden, diesen Sinn auf „effektivere Weise“ zu erfüllen, ohne dass Schaden entsteht.

Selbstverurteilungen sind häufig anzutreffen. Man verurteilt sich selbst für die eigene Willensschwäche. Eine Selbstverurteilung ist aber kontraproduktiv, denn dadurch bestärkt man sich in dem Glaubenssatz: „Ich bin willensschwach“.

In der Hypnose könnte man auf das Umlernen setzen: Die gelernten Handlungs- und Reaktionsweisen werden verlernt, bevor sie in Erscheinung treten und werden je nach speziellem Fall durch andere Reaktionen ersetzt. Der Wille und die bewusste Absicht gelangen nur in den Bereich des Bewussten, der Impulskontrollverlust findet aber im Unbewussten, bzw. im Vorbewussten statt. Genau dort setzt die Hypnose an.